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Fallbeispiele

Alle Fälle sind konsequent anonymisiert: keine Namen, keine identifizierbaren Orte. Gerade deshalb können wir zeigen, was sonst verborgen bleibt: den vollständigen Rechercheweg.

Fall 01 — Kroatien / Deutschland

Der verlorene Miteigentumsanteil bei Split

Dauer7 Monate
Generationen3
Erben gefunden5
LänderHR / DE

Ausgangslage

Ein Nachlasspfleger in Norddeutschland verwaltet einen Erbfall, dessen letzter ungeklärter Vermögenswert ein Grundstücksanteil im dalmatinischen Hinterland ist. Der Anteil taucht in alten Familienpapieren auf, ist aber im kroatischen Grundbuch seit drei Generationen nicht fortgeschrieben. Die eingetragene Person ist lange verstorben, die Familie in alle Richtungen zerstreut.

Die Hürde

Kataster und Grundbuch wiesen abweichende Schreibweisen des Familiennamens aus, teils kroatisch, teils italienisch beeinflusst. Ohne die Verbindung der Schreibvarianten war keine Linie belegbar.

Arbeitsschritte

  1. Grundbuch- und Katasterauszüge über das kroatische Liegenschaftssystem beschafft und die historische Parzellenteilung rekonstruiert.
  2. Personenstandsbücher (Matične knjige) der Gemeinde ausgewertet; Schreibvarianten des Namens über Taufeinträge im Pfarrarchiv verknüpft.
  3. Auswanderung eines Familienzweigs über Volkszählungslisten und Gemeindearchiv nachvollzogen.
  4. Lebende Nachfahren in Deutschland über Standesämter und Melderegister aufgefunden.
  5. Stammbaum mit beglaubigten Übersetzungen als geschlossene Nachweiskette an den Nachlasspfleger übergeben.
Zemljišne knjigeKatastarMatične knjigePfarrarchivMelderegister

Ergebnis: 5 Erben in 2 Ländern ermittelt, Erbquoten belegt, der Miteigentumsanteil konnte erstmals seit 3 Generationen dem Verfahren zugeführt werden.

Fall 02 — Deutschland / USA

Die ausgewanderte Seitenlinie

Dauer11 Monate
Ordnung2.
Erben gefunden3
LänderDE / USA

Ausgangslage

Eine Nachlasspflegschaft in einer norddeutschen Großstadt: Der Erblasser starb ohne Testament und ohne bekannte Angehörige. Die Akte enthielt nur einen Hinweis auf einen Bruder des Vaters, der „vor dem Krieg nach Amerika" gegangen sein soll.

Die Hürde

Zwischen dem letzten deutschen Registereintrag und der Gegenwart lagen fast 90 Jahre und ein Kontinent. Der Familienname wurde bei der Einwanderung amerikanisiert, die klassische Registersuche lief ins Leere.

Arbeitsschritte

  1. Geburts- und Heiratsregister der Herkunftsgemeinde ausgewertet, Geschwisterlinie des Vaters vollständig aufgestellt.
  2. Auswanderung über Passagierlisten und Auswanderungsunterlagen des Bundesarchivs nachgewiesen.
  3. Amerikanisierte Namensform über Einbürgerungsunterlagen identifiziert und die Linie in den USA fortgeschrieben.
  4. Lebende Nachfahren kontaktiert, Urkundenkette mit beglaubigten Übersetzungen rückwärts bis zum Erblasser geschlossen.
StandesamtBundesarchivPassagierlistenEinbürgerungsaktenMelderegister

Ergebnis: 3 Erben in den USA ermittelt und dem Nachlassgericht gegenüber urkundlich belegt; das Erbscheinsverfahren konnte abgeschlossen werden.

Fall 03 — Deutschland

Erbfolge 3. Ordnung über die Kirchenbücher

Dauer9 Monate
Ordnung3.
Erben gefunden7
LänderDE

Ausgangslage

Ein Erbfall in einem bayerischen Landkreis, bei dem weder Erben der 1. noch der 2. Ordnung existierten. Die Erbfolge musste über die Großelternlinien aufgestellt werden, zurück bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die Hürde

Für die Zeit vor der Einführung der Standesämter 1876 existieren keine staatlichen Register. Die Abstammung war nur über kirchliche Quellen zu belegen, verteilt auf mehrere Pfarreien und ein Staatsarchiv.

Arbeitsschritte

  1. Die Großelternpaare über Personenstandsregister und Personenstandsbücher nach § 5 PStG aufgestellt.
  2. Vor 1876: Tauf-, Trau- und Beerdigungseinträge in Kirchenbüchern mehrerer Pfarreien ausgewertet.
  3. Alle absteigenden Linien systematisch fortgeschrieben und Verstorbene über Sterberegister ausgeschieden.
  4. 7 erbberechtigte Nachfahren ermittelt, Erbquoten nach §§ 1924 ff. BGB berechnet und dokumentiert.
KirchenbücherStaatsarchivStandesamtPersonenstandsbücher

Ergebnis: 7 Erben mit belegter Quote; die vollständige Urkundenkette wurde vom Nachlassgericht ohne Rückfragen akzeptiert.

Beispielhafte, anonymisierte Darstellung zur Veranschaulichung unserer Arbeitsweise. Diese Seite wird fortlaufend um abgeschlossene Fälle ergänzt.

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