Der verlorene Miteigentumsanteil bei Split
Ausgangslage
Ein Nachlasspfleger in Norddeutschland verwaltet einen Erbfall, dessen letzter ungeklärter Vermögenswert ein Grundstücksanteil im dalmatinischen Hinterland ist. Der Anteil taucht in alten Familienpapieren auf, ist aber im kroatischen Grundbuch seit drei Generationen nicht fortgeschrieben. Die eingetragene Person ist lange verstorben, die Familie in alle Richtungen zerstreut.
Die Hürde
Kataster und Grundbuch wiesen abweichende Schreibweisen des Familiennamens aus, teils kroatisch, teils italienisch beeinflusst. Ohne die Verbindung der Schreibvarianten war keine Linie belegbar.
Arbeitsschritte
- Grundbuch- und Katasterauszüge über das kroatische Liegenschaftssystem beschafft und die historische Parzellenteilung rekonstruiert.
- Personenstandsbücher (Matične knjige) der Gemeinde ausgewertet; Schreibvarianten des Namens über Taufeinträge im Pfarrarchiv verknüpft.
- Auswanderung eines Familienzweigs über Volkszählungslisten und Gemeindearchiv nachvollzogen.
- Lebende Nachfahren in Deutschland über Standesämter und Melderegister aufgefunden.
- Stammbaum mit beglaubigten Übersetzungen als geschlossene Nachweiskette an den Nachlasspfleger übergeben.
Ergebnis: 5 Erben in 2 Ländern ermittelt, Erbquoten belegt, der Miteigentumsanteil konnte erstmals seit 3 Generationen dem Verfahren zugeführt werden.